Das Europäische Parlament wählte die Deutsche Ursula von der Leyen zur nächsten Präsidentin der Europäischen Kommission. Erstmalig wurde damit eine Frau in das höchste EU-Amt gewählt. 383 (51,3%) Mitglieder des Europäischen Parlaments stimmten für sie, 327 dagegen und 22 enthielten sich der Stimme. Sie tritt ihr Amt am 1. November 2019 für eine 5 jährige Amtszeit an.
Ursula von der Leyen hat als gewählte Kommissions-Präsidentin mit den Mitgliedsstaaten Gespräche über deren Kandidaten für die nächste EU-Kommission begonnen. Anhörungen der nominierten Kandidaten werden vom 30. September bis 8. Oktober des Jahres stattfinden. Das volle Kollegium der Kommissare muss vom EU-Parlament gewählt werden, voraussichtlich in der Sitzungswoche vom 21. bis 24. Oktober.
Zu von der Leyens politischen Zielsetzungen in der Amtsperiode 2019 bis 2024 hat sie folgende Schwerpunkte gesetzt:
- Sie will ein Klimaschutz-Abkommen in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit voranbringen.
- Sie möchte das Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent in der Welt bis 2050 wird. Ein zwei Schritte Vorgehen ist erforderlich um CO2-Emissionen um 50%, wenn nicht sogar um 55%, bis 2030 zu reduzieren. Sie will das erste Europäische Klimagesetz mit den Zielen für 2050 in die Gesetzgebung einbringen.
- Sie will ihren Plan voranbringen für eine zukunftsfähige Wirtschaft, eine neue industrielle Strategie. Europa soll in der Welt führend sein in der Kreislauf-Wirtschaft und sauberen Technologien. Die neue Kommission wird daran arbeiten engergieintensive Industrien ohne Einsatz von Kohle zu betreiben.
- Sie will eine grenzübergreifende Strategie zum Gesundheitsschutz der Einwohner umsetzen einschließlich dem Schutz von Umwelt-Zerstörung und -Verschmutzung, insbesondere der Luft- und Wasserqualität, Schutz vor gesundheitsgefährdenden Chemikalien, industirellen Emissionen, Pestziden und endokrin wirksamen Stoffen. Europa muss sich hin zu einer Null-Schadstoffbelastung bewegen.
- Sie will einen Aktionsplan für eine neue Kreislaufwirtschaft vorschlagen, der sich auf nachhaltigen Verbrauch von Ressourcen fokussiert, insbesondere in Ressourcen-intensiven und hochwirksamen Sektoren.
- Sie will das Thema Mikro-Plastics bewältigen.
